| Schülerarbeiten - Die Comedian Harmonists |
|
Die Comedian Harmonists
von Waldemar K. /10B
Harry Frommermann, der ein Jude war, gab 1927 ein Inserat im Berliner Lokal-Anzeiger auf,
in dem er zum Vorsingen einlud. Auf das Inserat meldete sich Robert Biberti,
der spätere Bass der Gruppe.
Später kamen dann Erich Collin und Roman Cycowski dazu, die auch beide Juden waren. Ari
Leschnikoff mit seiner Silberfadenstimme und die Klavierbegleitung Erwin Bootz,
der wie mit Katzenpfötchen spielen konnte, ergänzten die Gruppe.
Sie probten bei Asta Nielsen, der Stummfilmgöttin,
bei der sie Tag und Nacht üben konnten.
Im Spätsommer 1928 wurde Levy der Agent des Ensembles, das damals noch „The Melody Makers“
hieß. Levy organisierte ein Vorsingen beim Varietekönig Erik Charell, der sie unter
Vertrag nahm und den Namen „Comedian Harmonists" vorschlug, denn den alten Namen fand er zu
langweilig.
1929 hatten sie den ersten Auftritt in Hamburg, bald darauf in Köln und am Ende des Jahres
in Leipzig. Im gleichen Jahr machten sie zahlreiche Rundfunkauftritte und die ersten
Aufnahmen bei Elektrola.
Das Jahr 1930 war das erfolgreichste Jahr der Comedian Harmonists, sie hatten ihren ersten
Auslandsauftritt in Amsterdam und liehen vielen derzeitigen Filmstars ihre Stimmen.
Ende 1933 stand ein Konzert in München vor den Comedian Harmonists.
Zu der Zeit hatte Hindenburg Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt und die Nazis hatten
die Macht im Staat übernommen. Also erklärte ihr damaliger Agent Fischer-Maretzki
ihnen auf der Fahrt nach München das sie am Anfang des Konzerts den Hitlergruß machen sollten,
denn sie sollten "mit den Wölfen heulen". In München trat der Theaterdirektor vor Beginn
des Konzerts auf die Bühne und verkündete, dass es das letzte Konzert der
Comedian Harmonists sei, denn durch die drei jüdischen Ensemblemitglieder könnten sie
nicht in die Reichsmusikkammer aufgenommen werden und dadurch auch nicht mehr in
Deutschland auftreten. Nach dem Abschiedskonzert machten die jüdischen Mitglieder
den Vorschlag ins Ausland zu gehen und dort die Karriere fortzuführen.
Doch Robert Biberti, Erwin Bootz und Ari Leschnikow wollten nicht wieder vom Anfang
anfangen und blieben in Deutschland. Nachdem die jüdischen Mitglieder nach Österreich
ausgewandert sind wurden die drei in Deutschland verbliebenen Ensemblemitglieder
in die Reichsmusikkammer aufgenommen und bildeten mit drei neuen arischen Mitgliedern
das Ensemble „Das Meistersextett".
Harry Frommermann, Erich Collin und Roman Cycowski wurde die deutsche Staatsbürgerschaft
aberkannt, weil sie nach Österreich geflohen waren, wo sie österreichische
Protektionspässe bekamen.
1935 gründeten die jüdischen Mitglieder ein neues Ensemble mit drei neuen Mitgliedern,
die sich dann die „Wiener Comedian Harmonists“ nannten. Später nannten sie sich in
„The Comedian Harmonists“ um. Ein paar Jahre später erfuhr Roman Cycowski,
dass sein Vater von polnischen Nazis misshandelt und erschlagen wurde.
Danach beschloss er, nicht mehr zu singen. Beide Ensembles hatten großen Erfolg,
doch trotzdem lösten sich beide Sextetts 1941 auf. Die Mitglieder der ursprünglichen
Comedian Harmonists haben sich nie wieder getroffen, obwohl alle Mitglieder den Krieg überlebten.
|
|