Hauptschule Heepen
Mittwoch,
08. Februar 2012
17:07 Uhr
Schülerarbeiten - Die Comedian Harmonists


Die Comedian Harmonists
von Waldemar K. /10B

Harry Frommermann, der ein Jude war, gab 1927 ein Inserat im Berliner Lokal-Anzeiger auf, in dem er zum Vorsingen einlud. Auf das Inserat meldete sich Robert Biberti, der spätere Bass der Gruppe. Später kamen dann Erich Collin und Roman Cycowski dazu, die auch beide Juden waren. Ari Leschnikoff mit seiner Silberfadenstimme und die Klavierbegleitung Erwin Bootz, der wie mit Katzenpfötchen spielen konnte, ergänzten die Gruppe. Sie probten bei Asta Nielsen, der Stummfilmgöttin, bei der sie Tag und Nacht üben konnten. Im Spätsommer 1928 wurde Levy der Agent des Ensembles, das damals noch „The Melody Makers“ hieß. Levy organisierte ein Vorsingen beim Varietekönig Erik Charell, der sie unter Vertrag nahm und den Namen „Comedian Harmonists" vorschlug, denn den alten Namen fand er zu langweilig.
1929 hatten sie den ersten Auftritt in Hamburg, bald darauf in Köln und am Ende des Jahres in Leipzig. Im gleichen Jahr machten sie zahlreiche Rundfunkauftritte und die ersten Aufnahmen bei Elektrola.
Das Jahr 1930 war das erfolgreichste Jahr der Comedian Harmonists, sie hatten ihren ersten Auslandsauftritt in Amsterdam und liehen vielen derzeitigen Filmstars ihre Stimmen.
Ende 1933 stand ein Konzert in München vor den Comedian Harmonists. Zu der Zeit hatte Hindenburg Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt und die Nazis hatten die Macht im Staat übernommen. Also erklärte ihr damaliger Agent Fischer-Maretzki ihnen auf der Fahrt nach München das sie am Anfang des Konzerts den Hitlergruß machen sollten, denn sie sollten "mit den Wölfen heulen". In München trat der Theaterdirektor vor Beginn des Konzerts auf die Bühne und verkündete, dass es das letzte Konzert der Comedian Harmonists sei, denn durch die drei jüdischen Ensemblemitglieder könnten sie nicht in die Reichsmusikkammer aufgenommen werden und dadurch auch nicht mehr in Deutschland auftreten. Nach dem Abschiedskonzert machten die jüdischen Mitglieder den Vorschlag ins Ausland zu gehen und dort die Karriere fortzuführen. Doch Robert Biberti, Erwin Bootz und Ari Leschnikow wollten nicht wieder vom Anfang anfangen und blieben in Deutschland. Nachdem die jüdischen Mitglieder nach Österreich ausgewandert sind wurden die drei in Deutschland verbliebenen Ensemblemitglieder in die Reichsmusikkammer aufgenommen und bildeten mit drei neuen arischen Mitgliedern das Ensemble „Das Meistersextett".
Harry Frommermann, Erich Collin und Roman Cycowski wurde die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt, weil sie nach Österreich geflohen waren, wo sie österreichische Protektionspässe bekamen.
1935 gründeten die jüdischen Mitglieder ein neues Ensemble mit drei neuen Mitgliedern, die sich dann die „Wiener Comedian Harmonists“ nannten. Später nannten sie sich in „The Comedian Harmonists“ um. Ein paar Jahre später erfuhr Roman Cycowski, dass sein Vater von polnischen Nazis misshandelt und erschlagen wurde. Danach beschloss er, nicht mehr zu singen. Beide Ensembles hatten großen Erfolg, doch trotzdem lösten sich beide Sextetts 1941 auf. Die Mitglieder der ursprünglichen Comedian Harmonists haben sich nie wieder getroffen, obwohl alle Mitglieder den Krieg überlebten.



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